Exkursionen zu Gewässern, Mooren und Auen der Schweiz

Aquatische und terrestrische Lebensräume sind eng miteinander verknüpft. Zahlreiche Pflanzen- und Tierarten nutzen während ihres Lebens beide Lebensräume; zwischen «Wasser» und «Land» herrscht ein reger Austausch von Stoffen und Organismen. Auch die menschliche Nutzung und Gestaltung der Landschaft wird vom Wechselspiel zwischen aquatischen und terrestrischen Lebensräumen geprägt. Das Buch «Biodiversität zwischen Wasser und Land» lädt dazu ein, auf acht Exkursionen die Funktionsweise dieser Lebensräume und ihre Biodiversität aktiv zu erkunden.

Autor:innen Biografie:

  • Florian Altermatt ist ordentlicher Professor für Aquatische Ökologie an der Universität Zürich und der Wasserforschungsanstalt Eawag. Er lehrt und forscht zur Biodiversität in der Schweiz, mit einem besonderen Fokus auf Integration von Grundlagenforschung und Praxis.
  • Sabine Güsewell ist Umweltnaturwissenschaftlerin und Biostatistikerin. Sie hat an der ETH Zürich im Gebiet der Pflanzenökologie gelehrt, Exkursionen und Feldkurse geleitet, geforscht und Naturschutzprojekte begleitet.
  • Rolf Holderegger ist Biologe und forscht zur terrestrischen Biodiversität und Naturschutzbiologie an der WSL Eidgenössische Forschungsanstalt in Birmensdorf bei Zürich. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Umsetzung von Forschungsresultaten in die Praxis. Er lehrt an der ETH in Zürich.

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Ausführliche Buchbeschreibung

Eigentlich ist es offensichtlich: aquatische und terrestrische Lebensräume und die Organismen darin sind eng miteinander verknüpft. Die Landschaft als Ganze ist ein Mosaik von aquatischen und terrestrischen Lebensräumen und Übergängen zwischen diesen Lebensräumen. Stoffe und Organismen werden aktiv oder passiv über die die Grenze zwischen «Wasser» und «Land» hinweg ausgetauscht, mit Auswirkungen weit in den jeweils anderen Lebensraum hinein. Viele Tiere nutzen während ihres Lebens beide Lebensraumtypen, so dass ihr Vorkommen von beiden abhängt. Auch die menschliche Nutzung und Gestaltung der Landschaft wird vom Wechselspiel zwischen aquatischen und terrestrischen Lebensräumen geprägt.

Die Ausbildung in Ökologie und das Management von Ökosystemen sind jedoch lebensraumspezifisch und sektoriell geprägt, was sich bis heute in der Aufteilung von Lehre und Forschung in „terrestrische Ökologie“ und „aquatische Ökologie“ zeigt. Dabei wäre eigentlich eine lebensraumübergreifende Sichtweise sowohl in der Lehre als auch auf Ebene der Verwaltung, der Gesetzgebung und des praktischen Naturschutzes wichtig, um bestmögliche Rahmenbedingungen für die Erhaltung aquatischer und terrestrischer Lebensräume und ihrer Übergänge zu gewährleisten.

Mit dem vorliegenden Buch möchten wir zeigen, wie stark aquatische («blaue») und terrestrische («grüne») Lebensräume und die darin vorkommenden Pflanzen und Tiere miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig beeinflussen. Wir erläutern, wie die gemeinsame Betrachtung von aquatischen und terrestrischen Aspekten spannende Wechselwirkungen zu Tage bringt und warum Lebensräume an den Übergängen zwischen Land und Wasser nicht nur eine hohe Biodiversität besitzen, sondern auch wichtige ökologische Funktionen erfüllen und eine hohe Attraktivität für Menschen haben.

Das Buch vermittelt eine ganzheitliche Sicht auf Landschaften, Lebensräume und deren Biodiversität, die natürlichen Ressourcen und die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten. Das Buch richtet sich zu Ausbildungszwecken an Studierende an Universitäten und Fachhochschulen, an Akteure in Politik, Verwaltung und Wirtschaft, und an die interessierte Öffentlichkeit.

Der erste Teil des Buchs vermittelt theoretische Grundlagen einer ganzheitlichen Betrachtung blauer und grüner Lebensräume und ihrer Biodiversität. Der Kernteil des Buchs beschreibt acht Exkursionen in charakteristische blau-grüne Landschaften. Wir veranschaulichen, dass das Verständnis von blau-grünen Landschaften Kenntnisse zu Pflanzen und Tieren und zu den geologischen, klimatischen und menschlichen Einflussfaktoren erfordert. Wichtige blau-grüne Abhängigkeiten und Austauschprozesse über die aquatisch-terrestrische Schnittstelle hinweg werden an konkreten Beispielen aufgezeigt. Kleine Beobachtungsaufgaben laden zur aktiven Erkundung der Lebensräume ein. Die Exkursionen können eigenständig und unabhängig voneinander absolviert werden.